🔥 FellSchmiede

🌿 Ideen aus der FellSchmiede

Die FellSchmiede ist der Ort, an dem Theorie auf Alltag trifft – und wo mir Lotte regelmäßig zeigt, wie kreativ das Leben sein kann.
Hier geht es nicht um pauschale Lösungen, sondern um echte Erfahrungen, kleine Aha-Momente und das, was im echten Leben wirklich passiert.

Ich teile Gedanken aus meinem Training, aus meinem Alltag mit meinen eigenen Hunden, aus Pflegehunden und natürlich aus der Arbeit mit vielen unterschiedlichen Mensch-Hund-Teams.
Alles, was du hier findest, verbindet Fachwissen mit Praxis – und einer guten Portion Bodenhaftung.

Es sind Impulse, keine Dogmen: kleine Gedankenanstöße, die dir helfen können, deinen Hund besser zu verstehen, deinen Weg bewusster zu wählen und Training fair, freundlich und machbar zu gestalten. 😊🌼


🐾 Leinenführigkeit – ein Thema, das oft unterschätzt wird 

Leinenführigkeit gehört zu den häufigsten Trainingswünschen. Und gleichzeitig ist es für viele Hunde gar nicht so leicht, wie es auf den ersten Blick wirkt.

Draußen passiert für unsere Hunde sehr viel. Gerüche, Spuren, kleine Veränderungen – Dinge, die wir oft gar nicht bewusst wahrnehmen. Für den Hund kann so ein Spaziergang deshalb schnell sehr intensiv werden. Und manchmal ist dann schon ein einzelner Schritt mit neuer Information verbunden.

Wenn man sich das einmal vor Augen führt, wird verständlicher, warum es vielen Hunden schwerfällt, einfach ruhig an der Leine mitzulaufen.

In anderen Bereichen gehen wir ganz selbstverständlich Schritt für Schritt vor. Wir beginnen in einer ruhigen Umgebung und steigern die Anforderungen langsam.

Bei der Leinenführigkeit passiert das im Alltag nicht immer so klar. Umso wichtiger ist es, sich bewusst zu machen, wo man im Training eigentlich beginnt.

Für mich ist das nicht das „perfekte Laufen an der Leine“. Sondern ein viel früherer Punkt:

Die Orientierung 👀

Die kleinen Momente, in denen ein Hund beginnt,seinen Menschen überhaupt wahrzunehmen – auch draußen.

Und genau dort lässt sich gut ansetzen. Ruhig, kleinschrittig und passend für den jeweiligen Hund. Und gleichzeitig gehört noch etwas anderes dazu Leinenführigkeit findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie passiert mitten im Alltag 🚶‍♀️🐕  Und genau da spielen Bedürfnisse eine große Rolle –   auf beiden Seiten.

Wir haben oft das Bedürfnis, einfach spazieren zu gehen. Den Kopf frei zu bekommen. Voranzukommen 🌿 Und auch unsere Hunde haben Bedürfnisse...Schnüffeln. Erkunden. Informationen aufnehmen.

Wenn wir uns das bewusst machen, wird ein Spaziergang schnell zu mehr als nur „Leinenführigkeit üben“.

Dann stellt sich die Frage:

👉 Bin ich gerade im Training?

👉 Oder bin ich gerade im Alltag unterwegs?

Denn beides gleichzeitig, ohne klare Struktur, führt auf Dauer oft zu Frust – auf beiden Seiten.

Ein Beispiel aus dem Alltag 🐕‍🦺

Viele kennen das: Der Hund läuft an der Leine – und wechselt ständig von rechts nach links, immer dahin, wo es gerade spannend riecht. Einerseits ist das verständlich...Der Hund folgt seinen Bedürfnissen. Andererseits ist es für uns oft anstrengend. Dieses Ziehen von einer Seite auf die andere macht einen Spaziergang nicht gerade entspannter.

Und genau hier kann Struktur helfen.

Zum Beispiel, indem ich mir bewusst mache:

👉 Wie soll Leinenführigkeit im Alltag für mich aussehen?

Vielleicht bedeutet das:

Mein Hund darf schnüffeln – aber auf der Seite, die ich vorgebe.

Starte ich rechts, bleibt der Hund auch dort. Ich kann stehen bleiben, ihm Zeit geben oder weitergehen – aber ich bleibe in meiner Linie.

Die andere Seite kann ich bewusst einbauen. Zum Beispiel auf dem Rückweg oder in bestimmten Momenten. So entsteht keine „freie Fahrt für alles“, sondern ein verständlicher Rahmen.

Klarheit statt Zufall ! 😊

Was dabei oft unterschätzt wird:

Für den Hund ist nicht entscheidend, was wir wollen – sondern ob es für ihn nachvollziehbar ist. Wenn heute etwas erlaubt ist und morgen nicht, je nach Zeit, Lust oder Situation, wird es für den Hund schwer, sich daran zu orientieren.

Klarheit bedeutet für mich deshalb:

Ich bin mir selbst bewusst, was ich möchte – und bleibe darin verlässlich. Nicht streng. Aber eindeutig.

Das kann auch bedeuten,

verschiedene Situationen bewusst zu unterscheiden. Zum Beispiel über Rituale oder kleine Veränderungen im Ablauf. Oder auch über unterschiedliche Leinenführungen.

So wird für den Hund mit der Zeit erkennbar, was gerade gefragt ist – ohne dass er es ständig neu „erraten“ muss.

Und genau das hilft vielen Hunden, ruhiger und sicherer im Alltag zu werden 🧠💛

👉 Und genau da entsteht für mich Leinenführigkeit im Alltag:

Nicht als starre Regel, sondern als Zusammenspiel aus Orientierung, Bedürfnissen und Klarheit. 💜

🐾 „Sitz kann mein Hund schon.“

Diesen Satz höre ich tatsächlich ziemlich oft.
Und genau deshalb wird dieses Signal häufig unterschätzt.
Denn ein wirklich gut aufgebautes „Sitz“ ist viel mehr als nur: „Hund setzt sich hin.“


Es kann im Alltag ein unglaublich wertvolles Werkzeug sein:
🎯 Als Alternativverhalten, wenn dein Hund gerne Menschen anspringt
🎯 Als Ruhe- und Orientierungssignal, wenn dein Hund zu aufgeregt wird
🎯 Als Unterstützung im Freilauf — denn ein Sitz auf Distanz ist manchmal leichter umsetzbar als ein kompletter Rückruf
🎯 Als klarer Auftrag bei Hundebegegnungen, wenn dein Hund Orientierung braucht


Echte Alltagssicherheit entsteht nämlich erst dann, wenn ein Signal auch unter Ablenkung und in schwierigen Situationen funktioniert.
Deshalb bauen wir ein „Sitz“ nicht nur im Wohnzimmer oder Garten auf — sondern Schritt für Schritt auch im echten Leben:
🐾 wenn andere Hunde vorbeigehen
🐾 wenn Menschen sich ungewohnt bewegen
🐾 wenn der Mensch beim Signalgeben plötzlich eine andere Körperhaltung hat
🐾 wenn der Hund weiter entfernt ist
🐾 wenn sich Untergründe verändern — z. B. Wiese, Schotter oder eine Plane


Denn genau daraus entsteht ein wertvolles Signal für den Alltag 🌿

🎯 Training – Alltag – Management

Warum diese drei Bausteine so wichtig sind**

Ein Beispiel aus dem Alltag

Viele kennen es:

Ziel: Mein Hund soll die Küche oder das Bad trotz offener Tür nicht betreten.

Ein völlig normales Szenario – und genau hier greifen Training, Alltag und Management ineinander.

Wie diese drei Bereiche zusammenwirken

Training

Im Training überlege ich mir die nächsten sinnvollen Schritte:

Wie erreiche ich das gewünschte Verhalten?

Was ist mein Ziel?

Welche kleinen Schritte sind realistisch?

Wann bekommt mein Hund seinen Keks?

Training ist geplant, bewusst und ruhig aufgebaut – Schritt für Schritt.

Alltag

Im Alltag sieht es anders aus:

Ich stehe am Herd, bin abgelenkt, telefoniere vielleicht noch nebenbei.

Vielleicht möchte ich in diesem Moment einfach nicht trainieren – und eigentlich kann ich es auch nicht, weil meine Aufmerksamkeit woanders ist.

Das ist Alltag:

Ich darf mir zugestehen, dass ich nicht immer perfekt reagieren kann und auch nicht immer trainieren muss.

Management

Hier greift Management:

Ich verhindere ein Verhalten, das mein Hund noch nicht sicher beherrscht.

In diesem Beispiel schließe ich einfach die Tür.

So lernt mein Hund kein Verhalten, das ich später mühsam korrigieren müsste –

und ich muss im Alltag nicht perfekt reagieren.

Warum das wichtig ist

Wenn wir Training, Alltag und Management klar voneinander trennen,

wird das Training erfolgreicher,

bleibt der Alltag entspannter,

und unser Hund übt nicht ständig Dinge, die wir eigentlich nicht wollen.

Je weiter unser Training fortschreitet, desto häufiger wird das Gelernte automatisch zu Alltag –

und Management brauchen wir immer weniger.

Wichtig:

Die geschlossene Tür ist keine Strafe, sondern ein reines Management-Werkzeug, um zu verhindern, dass der Hund ein Verhalten übt, das später mühsam korrigiert werden müsste.

Es geht nicht darum, den Hund „auszusperren“, sondern ihm in dieser Phase eine klare, einfache Struktur zu geben.

Sanfte Alternative:

Statt einer geschlossenen Tür kann man z. B. auch ein Trenngitter nutzen.

So kann der Hund dich weiterhin sehen, fühlt sich nicht ausgeschlossen und lernt trotzdem:

„Dieser Bereich ist tabu.“

Management bedeutet also:

Wir machen es dem Hund leicht, nicht in ein Verhalten hineinzurutschen, das er noch gar nicht verstehen kann – und geben uns selbst Luft, ohne ständig korrigieren oder aufpassen zu müssen.

✨️ Fell-Gefährten-Funke

„Ein guter Alltag entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch passende Momente, bewusst gewählte Wege und faire kleine Schritte.“

🎯 Clicker-/Markertraining – warum ich’s so genial finde

 

Was ich an dieser Arbeit so liebe?

Sie schult unseren Blick – weg von dem, was (noch) nicht klappt, hin zu dem, was schon richtig gut funktioniert.

Denn davon gibt’s fast immer mehr, als man denkt.

 

Ich setze Clicker- und Markerarbeit oft dort an, wo der Frust groß ist –

und plötzlich merkt man:

„Hey, an dieser Stelle klappt’s ja schon!“

Genau da fangen wir an.

Da entsteht Bewusstsein – nicht nur für das Verhalten des Hundes,

sondern auch für unser eigenes.

 

Für mich ist Clicker-/Markertraining ein fairer, klarer Weg für Mensch und Hund.

Wir markieren Momente, in denen etwas richtig läuft –

und bauen darauf auf.

Das schafft Orientierung, Motivation und echte Zusammenarbeit.

 

Wenn Du das Prinzip noch nicht kennst, aber neugierig geworden bist:

Melde Dich gern – per Mail, telefonisch oder einfach über das Kontaktformular.

Dann schauen wir gemeinsam, ob das auch etwas für Dich und Deinen Hund ist. 🐾

 

✨ Fell-Gefährten-Funke:

Manchmal beginnt Veränderung da, wo wir endlich sehen, was längst funktioniert.